Gardelegen

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Garley - Das Gardeleger Bier und seine Geschichte


Garley

Als "Garley" wird seit dem Mittelalter das in Gardelegen gebraute Bier bezeichnet. Der in Gardelegen angebaute Hopfen und die daraus gebraute "Garley" waren die Quellen des wirtschaftlichen Aufschwungs, des damit verbundenen Wohlstands und der Berühmtheit der Stadt zu ihrer Blütezeit. Die Erfolgsgeschichte der "Garley" begann in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Während es um 1400 in Gardelegen lediglich 5 Brauereien gab deren Bier noch unbekannt und schlecht war erlebte das Braugewerbe in den darauffolgenden Jahren einen so gewaltigen Aufschwung, dass in der Stadtverordnung von 1450 die Braugilde als die "würdigste Gilde" bezeichnet wird. Die "Garley" war weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und verkaufte sich bestens, wodurch die Stadt und ihre Bürger zu Reichtum und Wohlstand gelangten. Infolge der Erhebung der "Bierziese", einer Steuer von 5% auf das Bier durch Kurfürst Johann Cicero im Frühjahr 1488 kam es in den altmärkischen Städten zum Aufstand, den der Kurfürst blutig niederschlug. In Gardelegen wurden drei Anführer öffentlich hingerichtet. Der Kurfürst verdoppelte darauf für sieben Jahre die Steuer und verlangte zusätzlich vom Rat der Stadt 1500 Rheinische Gulden als Entschädigung. Für die weitere Entwicklung der Stadt war dies kaum von Bedeutung. Im Jahre 1567 betrieben 167 von 606 steuerpflichtigen Bürgern das Braugewerbe. Die "Garley" wurde in solchen Mengen produziert "daß alle Tage dessen etliche hundert Wagen hin und wieder in die benachbarten Orter geführt wurden, und die Stadt davon nicht geringen Nutzen hatte". Um das Jahr 1620 gab es in Gardelegen 250 Bierbrauer. Die "Garley" war so bekannt und berühmt, dass sie vom Professor der Geschichte und Dichtkunst Heinrich Meibom (1555-1625), dem kaiserlichen Dichter "Poeta Laureatus" in lateinischen Liedern besungen wurde. Gardelegen erhielt den Beinamen "Perle der Altmark". Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) war der Anfang vom Ende der wirtschaftlichen Blütezeit Gardelegens. Die Stadt litt unter den wechselnden Besatzungen kurfürstlicher, kaiserlicher, dänischer und schwedischer Soldaten, hinzu kamen Pestepidemien in den Jahren 1626 und 1636. Am Ende des Krieges waren von ehemals 483 Feuerstellen noch etwa 151 Feuerstellen von ca. 250 Bürgern bewohnt. Dem Krieg folgten 1667 und 1685 noch zwei große Stadtbrände. Bis 1694 hatte sich die Stadt einigermaßen erholt, es gab wieder 138 Brauereien in Gardelegen. 1698 reiste der russische Zar Peter der Große durch Gardelegen, er lobte die "Garley" mit den Worten, nie ein so wohlschmeckendes Bier getrunken zu haben. Im 18. Jahrhundert erschwerten staatliche Ausfuhrverbote das Brauereiwesen. Dazu kam die Konkurrenz der aus den Kolonialgebieten eingeführten Genussmittel. Vor allem die Einfuhr von Kaffee, Tee, Kakao und Branntwein bedeutete eine große Konkurrenz für die Brauereien. Von 1650 bis 1800 hatte sich eine Umwandlung der Ess- und Trinkgewohnheiten in Deutschland vollzogen, das Bier verlor seine Bedeutung als Grundnahrungsmittel. In Gardelegen ging die Bierproduktion von 45400 Tonnen 1719 auf 12682 Tonnen 1750 zurück. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Gardelegen noch vier Brauereien, von denen nur die Brauerei der Gebrüder Haase die Weltwirtschaftskrise 1929-1930 überstand. Die Brauerei der Gebrüder Haase wurde 1972 in den VEB GARLEY umgewandelt. Auch nach der Wende 1990 und der Privatisierung ging die Produktion weiter. Obwohl die "Garley" ihre wirtschaftliche Bedeutung allmählich verlor, blieb der Name erhalten und mit ihm die Güte und Qualität dieses einzigartigen Bieres.


www.garley.de Aktuelles und mehr finden Sie auf der Internetseite der Garley Brauerei.

http://www.garley.de/





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