Gardelegen

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Isenschnibbe ( Burg Gardelegen )


Die Burg Isenschnibbe

Die erste Gardeleger Burg wurde im 10. Jahrhundert als Landesburg begründet. Diese erste Burg stand auf einer Sumpfinsel zwischen den Flüssen Milde und Laugebach auf einer Anhöhe, wahrscheinlich an der Stelle wo heute die Marienkirche steht. Unter ihrem Schutz entwickelte sich das Dorf Gardelegen. Überliefert ist, dass die Burg und das Dorf Gardelegen von Heinrich I. (876-936) nach der Schlacht bei Riade an der Unstrut im Jahre 933 dem Kloster Corvey geschenkt wurden. Nach dem Tod des Markgrafen Konrad von Plötzkau, der in Italien durch einen Pfeilschuss gefallen war gab Kaiser Lothar III. dem Askanier Albrecht dem Bären im Jahre 1134 die Nordmark, die später auch als Altmark oder auch "Antiqua Marchia" oder "Olde Mark" benannt wurde als Lehen. Im 12. Jahrhundert war die Altmark die Grenze zwischen den germanischen und wendischen Völkern, sie wurde Ausgangspunkt für die Eroberung der späteren Mark Brandenburg. Albrecht der Bär ließ nördlich von Gardelegen eine befestigte Burg anlegen. An der Stelle der ersten Burg ließ Graf Heinrich von Gardelegen, ein Enkel Albrechts des Bären die Marienkirche errichten. 1324 endete die Herrschaft der Askanier in der Altmark, ihnen folgten Welfen, Wittelsbacher und Luxemburger. 1414 eroberte Markgraf Friedrich I. die Burg Gardelegen, damit begann die Herrschaft der Hohenzollern über die Altmark. 1448 verkaufte sein Sohn, der Markgraf Friedrich der Jüngere, der auch "der Eiserne" oder "Eisenzahn" genannt wurde die Burg und die Vogtei Gardelegen für 1100 Rheinische Gulden und 330 Mark Stendalschen Silbers an Werner von Alvensleben. Ende des 15. Jahrhunderts taucht dann erstmals der Name "Isenschnibbe" für die Burg Gardelegen auf. Der erste Teil des Namens wird von "Asen" oder auch "Isern" abgeleitet, dem plattdeutschen Wort für "Eisern". Der zweite Teil "-schnibbe" ist als Schnabel oder Schloss zu deuten. Nach den Angaben des Chronisten Christopherus Schultze und einer Schätzung der Burg im Mai 1689 hatte die Burg Isenschnibbe einen Durchmesser von ca. 100 Metern. Die aus Feldsteinen gemauerte Burgmauer war durch 21 kräftige Pfeiler in Abschnitte von jeweils 15 Metern untereilt, die gesamte Anlage war von einem doppelten Grabensystem umgeben. Der Zugang erfolgte von Süden, über mehrere Zugbrücken durch das von zwei Rundbastionen flankierte Pforthaus und den darauffolgenden Zwinger. Im Innenhof der Burg stand der gewaltige Bergfried, ein Rundturm mit einer Mauerstärke von 3,7 Metern und einer Höhe von 24 Metern. Daneben befand sich der mit einem Säulenpavillon geschmückte Brunnen, dessen oberer Teil als Taubenhaus ausgebaut war. Alle anderen Gebäude lehnten sich an die vieleckige Burgmauer und bestanden in den Obergeschossen der Hofseite aus Fachwerk. Neben dem drei Stockwerke hohen Herrenhaus, in dessen Keller sich die Burgkapelle befand gab es noch ein weiteres Wohnhaus, ein Haus zum Malzdarren, Bierbrauen und Brotbacken, ein Kornhaus, in dem sich unten das Waschhaus befand, und drei große Keller. Darüber hinaus gab es einen kleinen Kuhstall, für 15 Kühe und ein Zuchtrind, einen Schweinestall sowie eine Fachwerkscheune. Eine Besichtigung der Burg Isenschnibbe ist leider nicht mehr möglich, Joachim von Alvensleben ließ 1756 den Bergfried abreissen (sprengen?) und 1784 die Burg vollständig abtragen.






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