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Otto Reutter


Otto Reutter

Otto Reutter wurde am 24. April 1870, in Gardelegen als Otto Pfützenreuter geboren. Sein Vater war ein kleiner Händler, der als ehemaliger Ulan der Gardeleger Garnison die Wirtstochter Emilie Fischer kennenlernte und sie 1869 heiratete. Über seine Kindheit schrieb Reutter folgende Verse:
"Siebzig geboren - Vater im Kriege - ich in der Wiege - Mutter im Bett - schönes Terzett! - Bin schon als Kind zum Theater gerannt - oft ausgekniffen - wieder ergriffen - teils in neuen Städtchen und teils auf dem Land - Schule gewesen - Schreiben und Lesen - lernt' ich zur Not, aber weiteres nicht - war nur auf Rampe und Bühne erpicht - mußt' dann den Willen - Vaters erfüllen - Kaufmann gelernt - wieder entfernt - ganz zum Theater - Zwist mit dem Vater - Mutter versöhnlich - wie das gewöhnlich - Mutter verstand mich und Mutter verzieh - weil ich nach ihr schlug' drum schlug sie mich nie ... "
Als Bühnenarbeiter und Statist begann er seine Laufbahn an "Fröbels Sommertheater" in Berlin, wurde aber dort bald gefeuert, weil er eine Rolle zu ernst nahm. Er hatte Glück, wurde am "American Theater" als Bühnentischler angestellt und konnte auch hier kleine Rollen spielen. Er stieg auf, wenn auch bloß als lächelnder Mond auf einer Leiter. Aber ungefähr zu dieser Zeit legte er sich seinen Künstlernamen "Reuter" mit einem "t" zu, dem er 1896 noch ein "t" zusetzte, um als Otto Reutter sein Glück zu machen. 1895 war das Jahr mit seinen ersten größeren Erfolgen. Im Jahr 1896 heiratete er in Karlsruhe die Tochter seiner Pensionswirtin, Olga Node, und noch im gleichen Jahr im Dezember wurde sein Sohn Otto geboren. Leider starb seine Frau bereits einige Jahre später. 1897 erlebte der so gestrenge Vater Pfützenreuter seinen Sohn in Berlin auf der Bühne, war überglücklich und auch ganz mit seinem berühmten Künstlersohn ausgesöhnt, bevor er 1899 verstarb. Als im Oktober 1918 der Rittmeister a.D. Wilhelm Müller als Besitzer der Isenschnibbe und der Waldschnibbe starb, kaufte Reutter sich die Waldschnibbe, um sich dort zur Ruhe zu setzen und später seinen Lebensabend dort zu verbringen. Eigentlich wollte er sich nun ein wenig schonen und langsam zurücktreten, da aber kam die Inflation, und das Geld wurde mehr, aber wert war es nichts mehr. So stürzte er sich wieder in die Arbeit, kam immer seltener nach Gardelegen und faßte dann schweren Herzens 1925 den Entschluß, die Walschnibbe wieder zu verkaufen. Er ruhte nicht und war stets unterwegs auf Tournee, bis ihn der Tod am 3. März 1931 in Düsseldorf verstarb.
Kurt Tucholsky beschrieb ihn so: "Alles geht aus dem leichtesten Handgelenk, er schwitzt nicht, er brüllt nicht, er haucht seine Pointen in die Luft, und alles liegt auf dem Bauch".


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http://www.otto-reutter.de/





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