
Die Figur des Roland geht zurück auf das Schicksal Hruotlands, der unter König Karl dem Großen Graf der bretonischen Mark war. Hruotland fiel bei einem Gefecht gegen die Waskonen (Basken) in den Pyrenäen im Tal von Roncesvalles am 15. August 778. Hieraus entstand das "Rolandslied", wodurch die Figur Hruotlands als Roland berühmt wurde.
Roland wurde später auch zum Gegensymbol der kirchlichen Herrschaft.
Im Mittelalter stand die Rolandsfigur als Sinnbild der Eigenständigkeit einer Stadt mit Marktrecht und eigener Gerichtsbarkeit, sie wurde als Symbol für das "Recht" (Macht), Gerechtigkeit und bürgerlicher Freiheit aufgestellt.
Von den 55 schriftlich belegten Rolandstatuen konzentrieren sich 13 im östlichen und westlichen Raum der mittleren Elbe. Dies entspricht dem östlichen und nördlichen Grenzbereich des Frankenreiches um 800 und deutet die Verbindung zu Karl dem Großen an.
Die ersten Rolandstatuen waren aus Holz, sie wurden meist bei Stadtbränden zerstört oder mit zunehmendem Wohlstand der Bürgerschaft durch steinerne ersetzt.
In Gardelegen wurde der erste steinerne Roland um 1450 vor dem Rathaus aufgestellt.
Bei einem Stadtbrand 1526, der am Holzmarkt entstand und auch das Rathaus erfasste wurde der erste Gardeleger Roland durch die Hitze und den Einsturz des Rathauses schwer beschädigt.
Diese erste Statue wurde 1564 durch eine Neue ersetzt. In der Stadtchronik von Christophorus Schultze steht dazu folgendes: "Dieser itzige ist A. 1564 gesetzt worden, dan der andere und erste, so zu Königslutter verfertigt worden, war durch den Brand, gantz verderbet, verstümmelt und mürbe gemacht, A. 1526". Beschrieben wird der Roland dort so:
"Recht für dem Rathause Mitten in der Gasse kömbt vor und präsentirt sich der ROLAND, ist eine Steinerne Statua, in Kriegesrüstung / hält in der einen Hand ein aufgerichtetes Schwerdt / die andere ist verschlossen. In solcher positur erinnert es die Gerichts-Herren der Gerechtigkeit / sie sollen das Schwerdt der Gerechtigkeit wol führen / und verschlossene Hände haben".
Bei dem großen Brand von 1667 wurde der Roland erneut so schwer beschädigt das er die nächsten 60 Jahre nur durch zahlreiche Stützen vor dem Einsturz bewahrt werden konnte, bis er
schließlich in der Nacht des 18. April 1727 zusammenfiel.
Die Reste des Rolands sollen noch fast 100 Jahre vor dem Rathaus gelegen haben, bis sie dann irgendwo als Baumaterial Verwendung fanden.
Am 01. Februar 2002 fand, nach einer vom gemeinnützigen Förderverein des Handwerks des Altmarkkreises Salzwedel e. V. initiierten Spendenaktion die offizielle Auftragsvergabe für die Herstellung eines neuen Rolands an die Firma Naturstein Gehr aus Tangermünde statt.
Nach genau 275 Jahren wurde am 18. April 2002 in Gardelegen wieder ein Roland aufgestellt.