
Gleich zu Beginn des Jahres 1927 sorgte ein Toter auf dem Gardeleger Bahnhof für Aufsehen.
Am 10. Januar 1927 durchbrach ein Schuss die friedliche Idylle der Stadt Gardelegen.
Kurz darauf fand man auf dem Bahnhof die Leiche eines unbekannten, wahrscheinlich ortsfremden jungen Mannes der offensichtlich Selbstmord begangen hatte. Die Ermittlungen zu diesem Fall brachten keine weiteren Ergebnisse, niemand wusste wer der Tote war, woher er kam oder warum er sich erschossen hattte. In Gardelegen waren die fantastischsten Gerüchte im Umlauf.
Einige Tage später meldete sich eine junge Frau bei der Polizei und identifizierte den Toten als ihren eben angetrauten Ehemann, den 21 jährigen Herrn Schütz. Daraufhin wurde der Fall als aufgelöst und abgeschlossen zu den Akten gelegt. Zwei Jahre später, 1929 wurde der vermeintlich Tote, während der Ermittlungen zu einer anderen Straftat verhaftet, und das sehr lebendig. Bei dem darauffolgenden Verhör gab er an, daß er von seinem Tod nichts wüsste. Er habe damals seine frisch angetraute Ehefrau verlassen weil er bemerkt habe das er eine Familie gar nicht ernähren könne.
Bei der Befragung seiner inzwischen längst wieder verheirateten Frau gestand diese, daß sie den Toten vom Bahnhof gar nicht gekannt habe und das sie absichtlich gelogen hat.
Die verlassene ehemalige Frau Schütz gab an:
"Ihren Mann lieber erschossen gesehen zu haben, weil ihr bereits ein anderer Mann gut gefallen habe und es eine selten günstige Gelegenheit gewesen wäre, des Bräutigams wieder ledig zu werden."
Wer der Tote vom Gardeleger Bahnhof wirklich war konnte nie aufgeklärt werden.